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Wie der Grundwassertracker funktioniert

Jeder Punkt ist eine amtliche Grundwassermessstelle. Die Farbe sagt nicht, ob viel oder wenig Wasser da ist, sondern wie der aktuelle Stand im Vergleich zu allen früheren Ständen desselben Kalendermonats liegt — ein Grundwasserstand schwankt im Jahreslauf um Meter, ein Novemberwert ist nur mit Novemberwerten vergleichbar.

Die sieben Klassen folgen der bundesweit einheitlichen Einteilung (Referenzzeitraum 1991–2020):

  • unterhalb Minimum — tiefer als je gemessen
  • sehr niedrig — unter dem 15. Perzentil
  • niedrig — 15. bis 25. Perzentil
  • normal — 25. bis 75. Perzentil
  • hoch / sehr hoch / oberhalb Maximum — spiegelbildlich

Woran die Einordnung hängt

Jedes Popup nennt die Zahlen, aus denen sich die Klasse ergibt: das höchste und tiefste je in diesem Kalendermonat gemessene Niveau, das Monatsmittel und die Viertelgrenzen dazwischen. So lässt sich nachrechnen, warum ein Wert „sehr niedrig“ heißt — und um wie viel.

Das laufende Jahr ist im Vergleichsband nicht enthalten. Das ist keine Feinheit: rechnete der aktuelle Wert sein eigenes Referenzband mit, wäre ein neuer Tiefstwert immer exakt das Minimum und läge nie darunter — die Klasse „unterhalb Minimum“ könnte gar nicht auftreten. Wo die Reihe lang genug ist, vergleichen wir gegen die Klimanormalperiode 1991–2020, dieselbe Referenz, die auch NLWKN und BUKEA amtlich verwenden. Reicht sie nicht (Hamburg misst erst seit 2012), nehmen wir alles bis zum Ende des Vorjahres und schreiben den Zeitraum dazu.

Die vier Länder sind nicht gleich gut abgedeckt

Das ist keine Schwäche der Darstellung, sondern der Datenlage — und deshalb steht es an jedem Punkt dran:

  • Niedersachsen — 161 Messstellen des NLWKN, tagesaktuell, amtlich klassifiziert.
  • Hamburg — 41 Messstellen der BUKEA, tagesaktuell, amtlich klassifiziert, Daten unter CC0.
  • Schleswig-Holstein — 761 Messstellen des LfU mit Ganglinien bis ~2004 zurück, aber nur sieben davon senden täglich. Der Rest wird alle drei bis sechs Monate ausgelesen. Die Klassifikation rechnen wir selbst aus der Ganglinie; sie ist als „berechnet“ gekennzeichnet.
  • Mecklenburg-Vorpommern — es gibt keinen offenen Dienst für Grundwasserstände. Gezeigt werden ersatzweise die modellierten Klassen der BGR (GRUVO). Das sind Rechenergebnisse, keine Messungen, und sie sind gesondert markiert.

Warum das Alter mit angezeigt wird

Ein grüner Punkt in Schleswig-Holstein kann auf einer Messung vom Februar beruhen. Ohne das Datum daneben würde die Karte eine Gleichzeitigkeit behaupten, die es nicht gibt. Deshalb trägt jeder Punkt sein Standdatum, und mit dem Filter oben lassen sich alte Stände ausblenden.

Flurabstand ist die anschauliche Zahl: wie viele Meter unter der Geländeoberkante der Wasserspiegel steht. m ü. NHN ist die absolute Höhe — nur zwischen Messstellen derselben Umgebung vergleichbar.